Umlaute in Excel-CSV: Ursache und Lösungen

Du öffnest eine CSV per Doppelklick und siehst „Müller“ statt „Müller“ – oder alle Werte stehen in Spalte A. Beides hat einfache Ursachen.

Ursache 1: Excel rät die Kodierung

Eine CSV-Datei ist reiner Text. Sie enthält keine Angabe, mit welcher Zeichenkodierung sie gespeichert wurde. Die meisten Web-Anwendungen, Shops und Datenbanken exportieren heute UTF-8. Excel unter Windows liest eine CSV beim Doppelklick dagegen mit der Codepage des Systems, in deutschen Windows-Installationen Windows-1252 („ANSI“), wenn am Dateianfang kein Hinweis auf UTF-8 steht. Dann wird aus jedem Umlaut ein Zeichenpaar wie „ä“ (Zeichentabelle).

Dieser Hinweis heißt BOM (Byte Order Mark): die drei Byte EF BB BF ganz am Anfang. Steht er da, liest Excel die Datei als UTF-8 und die Umlaute stimmen.

Umgekehrt gibt es das Problem auch: Eine von Excel als „CSV (Trennzeichen-getrennt)“ gespeicherte Datei ist Windows-1252. Liest ein anderes Programm sie als UTF-8, erscheinen Umlaute als „�“ oder fehlen ganz. Mehr dazu unter CSV für Importe.

Ursache 2: Komma oder Semikolon

CSV heißt „comma-separated values“, doch im Deutschen ist das Komma das Dezimalzeichen. Excel trennt Spalten beim Öffnen deshalb mit dem Listentrennzeichen aus den Windows-Regionseinstellungen – in Deutschland, Österreich und der Schweiz meist das Semikolon (Microsoft Support). Kommt die Datei aus einem englischsprachigen System mit Kommas, landet jede Zeile in Spalte A.

Ähnlich bei Zahlen: „1,249.90“ ist für eine deutsche Excel-Einstellung keine Zahl, sondern Text, und „12.5“ wird leicht zum Datum „12. Mai“. Eine Spalte mit Dezimalpunkten muss für Excel in Deutschland auf Dezimalkomma umgestellt werden.

Lösung 1: Datei einmal reparieren

  1. Datei im Werkzeug öffnen und „In Excel öffnen“ wählen.
  2. Prüfen, was erkannt wurde: Kodierung, Trennzeichen, Zahlenspalten. Geänderte Zellen sind in der Vorschau markiert.
  3. Reparierte Datei herunterladen. Sie ist UTF-8 mit BOM, nutzt Semikolons und Dezimalkommas und öffnet sich per Doppelklick richtig.

Das hilft auch bei Dateien, die schon einmal falsch gespeichert wurden: Stehen „ä“-Folgen bereits in der Datei, hilft kein Import-Dialog mehr – das Werkzeug rechnet sie zurück.

Lösung 2: Textimport in Excel

Wenn die Datei selbst in Ordnung ist (nur falsch geöffnet), kannst du die Kodierung in Excel beim Import angeben:

  1. Leere Arbeitsmappe öffnen, Register Daten → Aus Text/CSV.
  2. Datei wählen. Bei Dateiursprung „65001: Unicode (UTF-8)“ einstellen, bei Trennzeichen das passende Zeichen.
  3. Bei Spalten mit führenden Nullen (Postleitzahlen, Kundennummern) über Daten transformieren den Typ „Text“ wählen, sonst wird aus 01067 die Zahl 1067.
  4. Laden.

Das funktioniert, muss aber bei jeder Datei neu gemacht werden. Wer die Datei weitergibt, sollte sie lieber einmal reparieren.

Lösung 3: richtig speichern

Erstellst du die CSV selbst in Excel, wähle unter Datei → Speichern unter den Dateityp „CSV UTF-8 (durch Trennzeichen getrennt)“. Diese Datei hat einen BOM; Excel und die meisten anderen Programme lesen die Umlaute dann richtig. Das Trennzeichen bleibt das Listentrennzeichen deiner Regionseinstellungen.

Weitere Excel-Fallen bei CSV

Speicherst du eine geöffnete CSV in Excel wieder als CSV, sind alle diese Änderungen fest in der Datei: verlorene Nullen, gekürzte Nummern, umgewandelte Daten. Bewahre das Original auf.

Quellen